23. Mai 2022

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Deutsche Herren stark: Kohlschreiber und Koepfer weiter

Was für ein Tag für die deutschen Tennis-Herren in Paris. Routinier Philipp Kohlschreiber und Dominik Koepfer schaffen bei den French Open den Sprung in Runde drei. Vor allem der Erfolg von Kohlschreiber kam überraschend.

Die deutschen Tennis-Herren trumpfen bei den French Open weiter ganz groß auf. Während die Damen in Paris im Einzel bereits alle ausgeschieden sind, stürmte ein Herren-Trio im Stade Roland Garros in die dritte Runde.

Nachdem sich Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev bereits am Vortag gegen den russischen Qualifikanten Roman Safiullin in drei Sätzen durchgesetzt hatte, feierten auch Philipp Kohlschreiber und Dominik Koepfer Siege beim Sandplatz-Klassiker in der französischen Hauptstadt.

Überraschungssieg

Routinier Kohlschreiber hob nach seinem überraschenden Sieg gegen den starken Russen Aslan Karazew jubelnd die Arme in die Höhe und ballte dann die Faust. Der 37 Jahre alte Augsburger zeigte beim 6:3, 7:6 (7:4), 4:6, 6:1 eine ganz starke Leistung und überstand damit zum ersten Mal seit sieben Jahren im Stade Roland Garros wieder die zweite Runde. Kohlschreiber verwandelte gegen Karazew, der zu Beginn des Jahres bei den Australian Open völlig unerwartet das Halbfinale erreicht hatte, nach 2:59 Stunden seinen ersten Matchball.

«Ich hatte heute einen Super-Tennis-Tag», sagte Kohlschreiber. «Es ist richtig toll. Auf den Außenplätzen ist es ein ganz normales Grand-Slam-Turnier ohne Corona. Da sind Zuschauer, die Stimmung ist super», sagte die langjährige deutsche Nummer eins. Zum ersten Mal seit fast genau zwei Jahren gelangen ihm auf ATP-Niveau wieder zwei Siege in Serie.

Kohlschreiber will seinen Lauf fortsetzen

Zuletzt wurde er immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Auf der unterklassigen Challenger-Tour versuchte Kohlschreiber Siege und damit Selbstvertrauen zu tanken. Doch auch das ging oft schief, in der Weltrangliste ging es runter bis aktuell auf Platz 132. Auch deshalb freuen sich die Kollegen aus dem deutschen Davis-Cup-Team ganz besonders mit ihrem Routinier. «Weil sie wissen, dass ich eine lange Durststrecke hatte», sagte Kohlschreiber. «Wahrscheinlich wollen sie nicht, dass ich gehe. Deshalb drücken sie mir die Daumen.»

Kohlschreiber bekommt es jetzt mit dem an Nummer zehn gesetzten Diego Schwartzman aus Argentinien zu tun. «Ich will meinen tollen Lauf natürlich noch ein bisschen fortsetzen», sagte der Bayer voller neuem Selbstvertrauen.

Gegen Karazew war Kohlschreiber von Beginn an der bessere Spieler. Schon vor der Partie hatte der Bayer gemutmaßt, er könne den Russen mit seinem «Old-School-Spiel ein bisschen nerven». Und genauso kam es auch. Kohlschreiber leistete sich wenige Fehler und zermürbte seinen Gegner damit. Nur im dritten Satz leistete er sich einen kleinen Durchhänger. Doch im vierten Satz nahm er Karazew schnell zwei Mal den Aufschlag ab und machte den Sieg schließlich perfekt.

Koepfer mit konstanter Leistung

Kurz darauf zog auch Koepfer in die dritte Runde ein. Der 27-Jährige zeigte gegen Taylor Fritz beim 6:3, 6:2, 3:6, 6:4 eine beeindruckend konstante Leistung. Nach dem verwandelten Matchball brüllte der Schwarzwälder seine Freude laut heraus.

Zur Belohnung könnte es für Koepfer nun zu einem ganz besonderen Duell kommen: Roger Federer könnte auf die deutsche Nummer drei warten, dafür musste sich der Schweizer zuvor gegen den Kroaten Marin Cilic durchsetzen. Zudem hat Jan-Lennard Struff noch die Chance, das deutsche Abschneiden weiter zu verbessern.

Von Lars Reinefeld, dpa