5. Mai 2024

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Red Bull München fehlt nur noch ein Sieg zur Meisterschaft

Das rein bayerische Finale der Deutschen Eishockey Liga verläuft weiter auf Top-Niveau. Nach dem Sieg im hochklassigen vierten Spiel ist Red Bull München die vierte Meisterschaft kaum mehr zu nehmen.

Der EHC Red Bull München steht nach dem nächsten Thrillersieg in der Finalserie der Deutschen Eishockey Liga beim ERC Ingolstadt unmittelbar vor der vierten Meisterschaft.

Am Freitag erkämpfte sich der Topfavorit ein 3:0 (0:0, 0:0, 3:0) in einem taktisch hochklassigen Highspeed-Duell und führt in der Best-of-seven-Serie nun nach Siegen 3:1. Bereits am Sonntag (14.00 Uhr/MagentaSport) kann das Team von Trainer Don Jackson nun den ersten Titel seit 2018 perfekt machen. Für den erfolgreichsten Coach der DEL-Historie wäre es bereits der neunte Meistertitel in Deutschland.

«Das ist unser absoluter Fokus und unser Ziel», sagte Münchens Nationalkeeper Mathias Niederberger, der im vergangenen Jahr noch mit den Eisbären Berlin Meister geworden war, bei MagentaSport. Für den erfolgreichsten Coach der DEL-Historie wäre es bereits der neunte Meistertitel in Deutschland. «Es ist aber noch längst nicht vorbei», warnte Niederberger. 

Vor 4815 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Ingolstadt war Ben Smith (48. Minute) der einzige, der in der intensiven Partie, die nahezu ohne Fehler verlief, den unerfahrenen Ingolstädter Goalie Jonas Stettmer in dessen erst zweitem Spiel von Beginn an überwand. Ryan McKiernan und Maximilian Kastner erhöhten am Ende erst ins leere ERC-Netz, als Stettmer bereits zugunsten eines weiteren Spielers vom Eis gegangen war. 

Statistik spricht für München

Der Hauptrundenerste hat nun noch drei Chancen, den Titel auch zu holen. Auch die Statistik spricht klar für München: In allen bisherigen Best-of-seven-Finalserien wurde am Ende auch die Mannschaft Meister, die das vierte Spiel gewann. 

Dafür war am Freitag aber verdammt viel Arbeit vonnöten. Beide Teams agierten diszipliniert auf höchstem Niveau und hatten starke Torhüter. Erstaunlich war dies vor allem aus Sicht der in dieser Hinsicht leidgeplagten Ingolstädter. Der im Viertelfinale gegen Düsseldorf nach einem Rempler nach Spielschluss verletzte Stammkeeper Michael Garteig fehlte dem ERC weiterhin. Zwar kehrte der zuletzt erkrankte Ersatzkeeper Kevin Reich zurück in den Kader, nicht aber ins Tor. Dort vertraute Ingolstadts Trainer Mark French erneut auf den erst 21 Jahre alten Stettmer, der am Dienstag beim ersten – ebenfalls hart umkämpften – Finalsieg in München (4:3) Matchwinner des ERC war.

Ingolstadts Verteidiger warfen sich vehement in jeden Schuss auf ihr Tor, um dem unerfahrenen Goalie zu helfen. So überstand Stettmer auch das erste Unterzahlspiel seines Teams Mitte des zweiten Drittels ohne Gegentor. Weil auf der anderen Seite auch Nationalkeeper Mathias Niederberger für München bei den wenigen Chancen Ingolstadts brillierte, blieb es bis ins Schlussdrittel noch torlos. 

Dort unterlief Ingolstadt dann im Aufbau der entscheidende von ganz wenigen Fehlern im Spiel. Den nutzte US-Routinier Smith zu seinem fünften Playofftor. In der Folge brachte der EHC die knappe Führung mit all seiner Klasse und Routine über die Zeit. Kurz vor dem Ende sorgten dann die Treffer von McKiernan und Kastner ins leere Tor endgültig für die Entscheidung. «Wichtig ist, dass wir am Sonntag die richtige Antwort geben», sagte Ingolstadts Verteidiger Fabio Wagner. «Wir müssen nun alles ausblenden und uns nur auf unser Spiel konzentrieren.»

Christian Johner und Carsten Lappe, dpa