26. Januar 2021

Sport Express

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Musste mit Köln eine 0:5-Klatsche in Freiburg hinnehmen: FC-Coach Markus Gisdol (r). (Urheber/Quelle/Verbreiter: Sebastian Gollnow/dpa)

Nach Köln-Debakel in Freiburg: Coach Gisdol vorerst sicher

Kölns Sportchef Horst Heldt zeichnet nach dem 0:5 in Freiburg ein düsteres Bild. «So bleiben wir nicht in der Liga», sagt er. Trainer Markus Gisdol bekommt aber weiter das Vertrauen. Zumindest bis Samstag.

Horst Heldt hatte die Vertrauensfrage erwartet. «Das ist ja klar», sagte der Sportchef des 1. FC Köln einen Tag nach dem 0:5-Debakel beim SC Freiburg – über Trainer Markus Gisdol werde aber trotzdem nicht diskutiert. Zumindest vorerst.

«Markus wird am Samstag auf der Bank sitzen», sagte Heldt einen Tag nach dem Spiel, er werde nicht «jeden Tag, jede Woche und nach jedem Ergebnis die Diskussion» führen. Vielmehr ging der 51-Jährige die Mannschaft an: «Das ist nicht akzeptabel. So bleiben wir nicht in der Liga.»

Der Club könne vor der im Abstiegskampf wichtigen Partie gegen Hertha BSC nicht zur Tagesordnung übergehen. Diese Woche werde «eine andere sein», kündigte Heldt an. Fest steht, dass es beim 1. FC Köln mal wieder eine Menge Gesprächsbedarf gibt und nach nun vier sieglosen Spielen ohne Tor eine Menge Arbeit für den Trainer.

Gisdol hatte am Samstag gefasst gewirkt. Auf die Frage, ob der Druck auf ihn zunehme, reagierte er ausweichend. «Das kommt immer darauf an, wie sehr man den Druck an sich heranlässt. Natürlich haben wir selbst den Anspruch, dass wir punkten wollen», sagte der 51-Jährige. Gisdol war schon im November in die Kritik geraten, schien sich mit dem überraschenden 2:1 bei Borussia Dortmund aber befreit zu haben.

Nach dem nun komplett verpatzten Auftakt ins neue Jahr gewinnen die weiteren vier Spiele im Januar an Bedeutung: neben dem Heimspiel gegen Hertha BSC sind das die Auswärtspartien beim FC Schalke 04 und bei der TSG 1899 Hoffenheim sowie ein Auftritt gegen Arminia Bielefeld. Es sind allesamt Konkurrenten im Abstiegskampf. Eine solch desolate Leistung wie gegen den SC wird sich Köln nicht erlauben dürfen. Einfach «alles» müsse gegen Hertha besser werden, forderte Marius Wolf und schimpfte: «So gewinnst du kein einziges Spiel.»

Heldt suchte am Sonntag nach den richtigen Worten, um das 0:5 einzuordnen. «Ob geschockt oder enttäuscht» – vor allem sei er «sauer», sagte er: «Wir haben alles vermissen lassen, was man im Abstiegskampf braucht». Man habe ja nicht gegen ein Topteam wie Bayern, Leipzig oder Dortmund gespielt. «Von daher war es wirklich ein außerordentlich schlechter Tag, den ich so noch nicht erlebt habe.» Die Pleite war insbesondere in ihrer Höhe überraschend.

Die Kölner waren zwar als Mannschaft mit Offensivproblemen bekannt, aber auch für eine recht stabile Defensive, die am Samstag allerdings fehlte und in der individuelle Fehler auffielen. Beim 0:1 eilte Torhüter Timo Horn aus seinem Tor, konnte gegen Ermedin Demirovic aber nicht klären (18. Minute). Vor dem 0:2 verlor Salih Özcan den Ball gegen Nicolas Höfler (39.). Auch bei den Treffern von Roland Sallai (59.), Philipp Lienhart (69.) und Lucas Höler (79.) machte es die Gäste-Defensive den Freiburgern zu einfach. Der Sport-Club hätte sogar erstmals in seiner Bundesliga-Historie mit 6:0 gewinnen können.

«Was mir gar nicht gefällt, ist, dass der Gegner in so einem Spiel fünf Kilometer mehr läuft als du», haderte Gisdol und stellte infrage, ob seine Elf ans Maximum gegangen sei. Seit Ende September verlor der FC erstmals auswärts und kassierte in einem Spiel mehr Gegentore als in allen vorangehenden Auswärtsspielen zusammen (4). Wie in der Vorsaison stehen nur 11 Punkte nach 15 Spielen zu Buche.

«So kann man natürlich nicht auftreten, das ist ganz klar», sagte Horn: «Wir müssen den FC in der Liga halten, darum geht es.» Als eine Maßnahme schon vor dem Spiel in Freiburg sei entschieden worden, dass Frederik Sörensen, Christian Clemens und Robert Voloder künftig in der zweiten Mannschaft mittrainieren, erklärte Heldt. Damit solle der Kader reduziert werden, um besser trainieren zu können.

Von Kristina Puck, dpa