16. Januar 2021

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Italien muss um Fahne und Hymne für Olympia fürchten

Italien muss um seine Hymne und Fahne bei den Olympischen Spielen in Tokio fürchten. (Urheber/Quelle/Verbreiter: picture alliance / dpa)

Italien muss um seine Hymne und Fahne bei den für dieses Jahr geplanten Olympischen Spielen in Tokio fürchten.

Wegen einer Änderung im italienischen Gesetz vor rund zwei Jahren geriet das Olympische Komitee in Italien (Coni) ins Visier des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). «Die Position des IOC zur gegenwärtigen Situation des Coni wurde der italienischen Regierung bei vielen Gelegenheiten deutlich mitgeteilt», erklärte ein IOC-Sprecher auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Das Problem: Mit dem geänderten Gesetz wurde neben Coni eine neue Firma geschaffen, nämlich die vom Staat kontrollierte «Sport e Salute» (Sport und Gesundheit). Coni verlor dadurch an Zuständigkeiten. Das IOC sah darin einen Einfluss der Regierung und damit gleichzeitig einen Verlust an Autonomie, der mit der Olympischen Satzung nicht vereinbar wäre.

Die Folge ist, dass die italienische Flagge und Hymne von den wegen Corona auf 2021 verlegten Olympischen Spielen in Tokio verbannt werden könnten. Das IOC erwartet nach Angaben des Sprechers, dass die von Coni vorgetragene Lösung umgesetzt werde und die Regierungsbehörden sofort handelten. «Diese Situation dauert nun schon zwei Jahre und beeinflusst ernsthaft die Vorbereitungen des italienischen Teams», wurde weiter mitgeteilt.

Eine Entscheidung wird für den 27. Januar erwartet, wenn der IOC-Vorstand als nächstes tagt. Coni-Präsident Giovanni Malagò warnte im öffentlich-rechtlichen Sender Rai Ende Dezember, dass die Gefahr groß sei, ohne Hymne und Fahne nach Tokio zu reisen. Darauf muss sich bereits Russland gefasst machen, das wegen Doping damit gestraft wurde.