27. Januar 2021

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Martina Voss-Tecklenburg sieht noch Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich Frauenfußball. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Sebastian Gollnow/dpa)

Bundestrainerin sieht Verbesserungspotenzial im DFB

Die Unterstützung für den Frauenfußball hat beim Deutschen Fußball-Bund nach Meinung von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg noch Verbesserungspotenzial.

«Klar gibt es Themenfelder, an denen gearbeitet werden muss. Wir sind mit der Vermarktung und der medialen Präsenz nicht zufrieden, würden uns auch wünschen, dass mehr Medien regelmäßig über uns berichten und wir zur Primetime live im TV gezeigt werden», sagte die 52-Jährige in einem Interview des «Kicker». «Alle Themen sind platziert. Wir werden auch nicht müde, uns zu positionieren. Aber nicht als Lautsprecher, sondern im direkten Gespräch mit Respekt.»

Dass ihr im kommenden Sommer auslaufender Vertrag bis mindestens zur in den Sommer 2022 verschobenen Europameisterschaft verlängert wird «davon gehe ich mal ganz stark aus», sagte Voss-Tecklenburg. «Gut Ding braucht Weile. Wir hatten in diesem Jahr andere Prioritäten», sagte sie. «Wir sind in guten Gesprächen, ich bin zuversichtlich, dass wir bald etwas vermelden können.»

Voss-Tecklenburg kritisierte den öffentlichen Umgang mit dem DFB. «Klar wissen wir, dass wir große Herausforderungen haben im deutschen Fußball», sagte sie. «Ich habe aber aktuell das Gefühl, dass es egal ist, was der DFB macht, es wird sowieso erst mal kritisiert.» Das Positive werde immer als gegeben hingenommen, so Voss-Tecklenburg weiter. «Mir fehlt da die Balance und das Verhältnis.»

Der DFB war nach dem 0:6 der Männer-Nationalmannschaft in der Nations League gegen Spanien Mitte November auch wegen der anschließenden Aufarbeitung des Debakels und dem Festhalten an Bundestrainer Joachim Löw öffentlich teils scharf kritisiert worden.